Nichts hat mir so eindrücklich den Wahnsinn der Nazis nahe gebracht wie das Tagebuch von Anne Frank, das ich mit 12 Jahren gelesen habe. Plötzlich wurde mir klar, dass viele Menschen, die um mich waren im Dritten Reich gelebt haben und Täter gewesen sein könnten. In dieser Zeit schämte ich mich jedes Mal dafür meine Herkunft preiszugeben, wenn ich in andere Länder reiste. Vor kurzem habe ich das Tagebuch nochmal gelesen und eine ganz andere Dimension entdeckt, die ich mit 12 noch nicht erkennen konnte: Anne Frank hat sich in den 2 Jahren in denen sie das Tagebuch schrieb, von einem Mädchen zu einer jungen Frau entwickelt. Sie hatte ein unglaubliches literarisches Geschick und dachte über viele universale Themen nach. Es ist beeindruckend, dass sie in diesem Alter schon eine so tiefe philosophische Perspektive auf die Dinge einnehmen konnte.
Jimmy C. hat sie in seiner ganz eigenen Weise vorm Anne Frank Museum in Berlin gemalt.
(Anne Frank Museum, Berlin, Mitte)
Im Gespräch mit…Chain Cochran
Meist beginnt alles mit einer Idee – etwas, das ich physisch sehen will. Ich starte mit Skizzen, aber das eigentliche Designen passiert, wenn ich ein Objekt in den Händen halte. Ich passe Formen an, überprüfe, wie sie am Körper liegen oder sich anfühlen. Es ist ein iterativer Prozess: Konzept, Skizze, experimentelles Arbeiten, Überarbeiten – bis es sich richtig anfühlt.




